Weitersweilerer Spendenmonat bringt 10.0000 Euro für Dernau

Nach mehreren Einsätzen im Weinort Dernau unmittelbar nach der Hochwasserkatastrophe hat die Freiwillige Feuerwehr für die stark betroffene Gemeinde im Ahrtal im August eine besondere Hilfsaktion in Weitersweiler durchgeführt. Das Ergebnis ist eine Spende von 10.000 Euro.

Zwölf Aktive der Freiwilligen Feuerwehr Weitersweiler waren vom 17 bis 25. Juli bei mehreren Katastrophenschutz-Einsätzen mit anderen Wehren der Verbandsgemeinde Göllheim im Ahrtal unterwegs. Wie Wehrführer Andreas Burgey berichtet, habe man während dieser Zeit immer nur von Tag zu Tag geplant, da von der VG immer etwa 20 Feuerwehrleute täglich nach Dernau gefahren sind. Burgey hat zusammen mit meinem Stellvertreter das Personal von Weitersweiler täglich gemeldet. Alle Aktiven haben sich bemüht, freie Zeit zu ermöglichen, um an der Ahr helfen. Am 25. Juli war dann der letzte Einsatz. „Danach sind wir „in ein Loch gefallen“, so Burgey. „Wir wussten, dass die Menschen an der Ahr Hilfe benötigen, doch der offizielle Einsatz der Feuerwehr war beendet.“

Die Eindrücke von der Ahr haben den Wehrführer intensiv beschäftigt. Er erzählt: „Autos liegen auf dem Friedhof und in Gärten, teilweise übereinandergestapelt, Wohnwägen hängen an Balkonen, Traktoren hängen über Mauern, Schienen sind komplett unterspült, eine Kinderschaukel baumelt in einer Baumkrone in vier Meter Höhe, das Wasser steht teilweise bis zu sieben Meter hoch in den Straßen, Anwohner entrümpeln das erste Obergeschoß, totale Zerstörung im kompletten Ort. Alles ist sehr surreal und unvorstellbar, es sah aus wie im Krieg“. Wie viele Helferinnen und Helfer bestätigt Burgey, dass man im Gegensatz zu den Fernsehbildern eine völlig andere Wahrnehmung hat, wenn man das ganze Ausmaß der Katastrophe vor Ort live gesehen hat.

Er hatte das aufwühlende Gefühl, irgendetwas tun zu müssen. Da kam ihm die Idee mit dem Spendenmonat. Der August sollte in Weitersweiler der Spendenmonat sein.

Er nahm Kontakt auf mit Bettina Ulrich, hat mit ihr zusammen einen Flyer erstellt. Die Idee war, das Geld nicht an eine große Organisation zu überweisen, sondern wirklich den Leuten direkt vor Ort in Dernau zu helfen, eine Spende von Ort zu Ort. „Durch die Einsätze haben wir sehr viele Eindrücke gesammelt, sprachen mit verschiedenen Leuten, so dass zu der Gemeinde eine besondere Beziehung entstanden ist“, erklärt Burgey.

Die Idee wurde im Feuerwehr-Förderverein diskutiert, Kassenwart Michael Göbel erklärte sich spontan bereit, die Abwicklung der Finanzen zu übernehmen. Der Flyer wurde verteilt und der Spendenmonat konnte beginnen.

Sofort spürte man die große Bereitschaft der Weitersweilerer zu spenden. Viele haben sich angeboten, Teil dieser Aktion zu werden.
„In allen Gremien und Gruppierungen, in denen ich drin bin, habe ich das Thema angesprochen und alle waren bereit zu unterstützen“, erzählt der Wehrführer. Der Feuerwehr-Förderverein veranstaltete ein Event „Currywurst & Pommes“. Mehrere Mütter aus dem Ort hatten spontan einen Kuchenverkauf auf dem Spielplatz organisiert. An der Kerwe flossen der Erlös der Kerwe-Tombola sowie Spenden aus den Einnahmen des Fördervereins und der Feuerwehr in den großen Topf. Die Katholische und die Protestantische Kirchengemeinde gaben ihren Anteil dazu, Privatpersonen spendeten über 5.000 Euro. Und am Monatsende kam die stolze Summe von 10.000 Euro zusammen.

Anfang September nahm Andreas Burgey mit dem Krisenbüro in Dernau Kontakt auf um zu klären, wie man vorgehen solle, damit das Geld dort ankommt wo es wirklich gebraucht wird. Mitte September ging ein Brief an den Ortsbürgermeister von Dernau mit der Bitte, die 10.000 Euro an stark betroffene Familien zu verteilen. Am 20. September hat der Feuerwehr-Förderverein die gesammelten Spenden direkt nach Dernau überwiesen.

Andreas Burgey ist sehr, sehr zufrieden mit der Aktion. Ausdrücklich bedanken möchte er sich vor allem bei Bettina Ulrich und Michael Göbel, die ihn bei der Idee und der Kampagne unterstützt haben. „Natürlich geht mein Dank an alle Spender, die zu diesem tollen Ergebnis beigetragen haben.“, so Burgey und er ist stolz. „Es hat sich gezeigt, dass ein kleiner Ort wie Weitersweiler Großes bewirken kann“. Er wird das Geschehen und den Wiederaufbau von Dernau weiterhin mit Interesse verfolgen. „Ich fände es toll, irgendwann als Gast ein wiederaufgebautes Dernau besuchen zu können!“

(Foto: Andreas Burgey)

Autor: Jürgen Cronauer

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Autor: Julia Maurer

Projektkoordination - Digitale Dörfer; Chefredakteur www.goellheim-aktuell.de