„Kultur im Alten Tanzsaal“ in Albisheim Ein Musiker erzählt aus seinem Leben

„Bub, wirf dein Leben doch nicht so weg“ war die erste Reaktion der Tante, als der kurz vor dem Schulabschluss stehende Jan Bartholomäus Fabry seinen Berufswunsch „Klassische Musik studieren“ zum ersten Mal äußerte. Wie alles in den 1960er Jahren begann und weiterging, hat Hans-Christoph Rollfinke humorvoll in seinem Buch „Seiltanz auf sechs Saiten“ aufgeschrieben und im Alten Tanzsaal einem zahlreichen Publikum vorgelesen. Der Musiker Jan unterrichtet nach dem Studium als Gitarrenlehrer an einer Musikschule in einer Kleinstadt. Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit muss er sich unter anderem mit einer ehrgeizigen Mutter auseinandersetzen, die möchte, dass ihre Tochter ein anständiges Instrument erlernt, also Geige, Cello oder Klavier, aber die Gitarre nicht dazu zählt. Er versucht pubertierende Jugendliche zu motivieren und auf Jahresvorspiele vorzubereiten. Wobei sein Rat an den maßlos aufgeregten Gitarrenschüler Tobi, sich die Zuhörer nackt vorzustellen, absolut daneben geht. Jan betätigt sich aber auch selbst musikalisch. Mit der großen Solistenkarriere klappt es nicht und so spielt er auf Kleinkunstbühnen oder auch mal als Solist mit einem Amateurorchester ein Vivaldi-Konzert. Diese und viele andere Geschichten beschreibt der Autor Hans-Christoph Rollfinke humorvoll, ab und zu mit kleinen Spitzen versehen, aber niemals verletzend.
Ganz begeistert zeigten sich die Zuhörer nicht nur von den Geschichten und dem begleitenden virtuosen Gitarrenspiel von Detlev Malms, sondern auch von der gemütlichen Atmosphäre des Alten Tanzsaales. Als eine überaus gelungene Premiere bezeichnete danach Uli Pohl von der Albisheimer Kulturwerkstatt die Veranstaltung und dankte Gudrun Kaufmann und Stefan Gemm, die den Alten Tanzsaal für weitere kulturelle Veranstaltungen öffnen möchten.

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