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Göllheimer Geschichstage

Göllheim feiert in diesem Jahr sein 1200jähriges Bestehen.
Ein Anlass für uns, auf Vergangenes zurückzublicken, Bestehendes zu vergleichen sowie Zukünftiges mit diesen Erkenntnissen umsichtig zu planen.

Die Geschichte bestimmt das kulturelle Selbstverständnis unseres Ortes. Sei es nun die berühmte „Schlacht am Hasenbühl 1298“, in deren Folge sich das Zentrum der Macht vom Rhein nach Wien verschob, sei es die Herrschaft des Hauses Nassau, die Göllheim im 18. Jahrhundert zur Blüte verhalf oder die unsäglich bittere Geschichte der Göllheimer Juden im 3. Reich. Ereignisse, die noch bis heute in unserer Gemeinde nachwirken und mit denen wir uns immer wieder beschäftigen.

Damit wir unsere heutige Zeit verstehen und bewerten können, müssen wir auch in die Vergangenheit zurücksehen. Aus diesem Grund soll in diesem Jahr die Tradition der Göllheimer Geschichtstage wieder aufleben. Es sind aber nicht nur die Ereignisse der Vergangenheit, die nun im Fokus stehen, sondern auch Entwicklungen der Gegenwart, die tiefgreifende Veränderungen in unsere Gesellschaft brachten und bringen werden. Daher lautet auch unser Motto „Fragen zur Zeit – Fragen an die Zeit“. Wir laden Sie herzlich zu unseren Vorträgen ein und wünschen Ihnen viele neue Einblicke und Erkenntnisse.


Programmübersicht und weitere Informationen zu den Referenten:

Programm der Göllheimer Geschichtstage im Jubiläumsjahr 2019
Fragen zur Zeit – Fragen an die Zeit 

Freitag, den 6. September 2019

  • Eröffnung: Grußworte des Ortsbürgermeisters und der Kuturvereinsvorsitzenden
  • 16:30 Uhr: Referent Alexander Thon

Für König und Reich
Die pfälzischen Reichsministerialen
Philipp I. von Hohenfels und Philipp I. von Falkenstein

Für die mittelalterliche Geschichte der rheinischen Pfalz haben nicht nur staufischen Könige und Kaiser wie etwa der so beliebte Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ große Bedeutung. Besonders den einheimischen Reichsministerialen (also ursprünglich unfreien Dienstmannen) fiel eine äußerst
wichtige Rolle zu. Als Träger von hohen Hofämtern hatten vor allem Mitglieder der Familien von Falkenstein und Hohenfels am Donnersberg in der Mitte des 13. Jahrhunderts höchsten Einfluss auf das politische Geschehen nicht nur in der Pfalz – zu einer Zeit, als das staufische Herrscherhaus untergegangen war und im römisch-deutschen Reich ein einmütig gewählter König fehlte. Der Vortrag beleuchtet, unterstützt von zahlreichem Bildmaterial, wie sich aus der bescheidenen Familie der Reichsministerialen von Bolanden zu Beginn des 13. Jahrhunderts die beiden Linien Falkenstein und Hohenfels mit eigener „Stammburg“ abspalteten. Im Mittelpunkt stehen ihre beiden prominentesten Mitglieder, Philipp I. von Hohenfels und Philipp I. von Falkenstein, die als
Reichskämmerer die Geschicke des römisch-deutschen Königtums für fast zwei Jahrzehnte entscheidend mitbestimmten.

Referent:
Alexander Thon M.A. (Lahnstein) widmet sich der Erforschung der Landesgeschichte im Gebiet des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz und in den angrenzenden Regionen. Als freier Historiker hat er inzwischen mehr als 170 Publikationen insbesondere zu Burgen, Kirchen und Denkmälern veröffentlicht und mehr als 130 Vorträge gehalten. Seit 2011 Beratungstätigkeit und Mitwirkung an Radio- und TV-Produktionen (Deutschlandfunk, BBC, ZDF, ARTE). Seit 2017
amtiert Thon zudem als Kanzler der Kaiser Ruprecht Bruderschaft zu Rhens.

  • 19:00 Uhr: Referentin Prof. Dr. Katja Schupp

Die Mediengesellschaft – eine Herausforderung für die
Demokratie

Wir sind nun endgültig angekommen in einer medialen Gesellschaft: Multimediales und Audiovisuelles, Bilder, Fotos, Filme, umgeben uns auf eine nie für möglich gehaltenen Art und Weise. Das verändert auch den Journalismus: Wenn jeder von überall sogar live berichten kann, was er sieht, hört, fühlt, denkt, meint – wer braucht dann noch Journalistinnen und Journalisten? Wie kann, wie sollte Journalismus aussehen innerhalb dieser neuen Mediengesellschaft, damit er seine innerhalb der Demokratie so wichtige Rolle weiterhin ausfüllen kann, breite Bevölkerungsschichten erreicht, Zukunft hat? Durch Zahlen, Fakten und anhand von Beispielen setzt sich der Vortrag mit den Gefahren, Chancen, Risiken und Möglichkeiten der schönen neuen Medienwelt auseinander und versucht, Zukunftsperspektiven für einen verantwortungsbewußten Journalismus, der wahr- und ernstgenommen, aufzuzeigen.

Referentin:
„Prof. Dr. Katja Schupp lehrt audiovisuellen Journalismus am Journalistischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Nach Studium und Promotion in Münster und einem Master-Studium Journalismus an der
Northwestern University in den USA arbeitete sie zehn Jahren als Redakteurin in unterschiedlichen öffentlich-rechtlichen Redaktionen. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich heute unter anderem mit Innovationen im audiovisuellen
Journalismus und der Zukunft des Fernsehens. Der Praxis bleibt sie mit
ausgewählten Langfilmen u.a. für SWR und ZDF verbunden. Frau Professor
Schupp lebt in Waldalgesheim und hat fünf Kinder.

Samstag, den 7. September 2019

  • 11:00 Uhr: Referent Dr. Jürgen Wickert

„Quo Vadis Europa?“

Fast täglich steht die Europäische Union vor einer Zerreißprobe. Wird die Idee einer freiheitlichen Ordnung der Völker Europas bestehen können? Verbindet uns in Europa mehr als uns trennt?

Referent:
Dr. Jürgen Wickert war zuletzt Leiter des Regionalbüros Europäische Institutionen und Nordamerika der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit in Brüssel. Er arbeitete viele Jahre auch in Rom, New York und Washington. Weltweit setzte er sich für die Idee eines freiheitlichen Europas ein und unterstützte im Sinne der Stiftung auf dem Liberalismus gründende politische Bildung und Dialog. Er ist der Stellvertreter der Vorstandsvorsitzenden der Eberhard Schöck Stiftung, die seit 25
Jahren auf die Modernisierung der bauhandwerklichen Berufsbildung in Mittel- und Osteuropa spezialisiert ist und in diesem Bereich Modellprojekte und Qualifizierungsprogramme durchführt. Dr. Jürgen Wickert ist verheiratet, hat vier Töchter, sechs Enkel und lebt mit seiner Ehefrau in Kirchheimbolanden.


Ab 13.00 Uhr gemeinsames Mittagessen im Restaurant „Goldenes Ross“
(Wir bitten um Voranmeldung)


  • 15.00 Uhr: Referent Roland Paul

„Geschichte der Auswanderung in der Pfalz mit Beispielen aus Göllheim“

Welche Motive hatte die Menschen im 18. und 19. Jahrhundert ihre Heimat zu verlassen und ihr Glück in Amerika zu suchen. Welche Schicksale hatten pfälzische Auswanderer, insbesondere Göllheimer in der neuen Welt? Gerade heute in Anbetracht der weltweiten Flüchtlingsströme und Auswanderungsbewegungen
rückt dieses Thema wieder in den Fokus des Weltgeschehens. Roland Paul sammelt seit mehr als 30 Jahren Briefe deutscher Auswanderer und erarbeitete auf dieser Basis eine einzigartige Dokumentation deutscher Auswanderung.

Referent:
Roland Paul, geb. 1951, war bis 2016 Direktor des Pfälzischen Instituts für Geschichte und Volkskunde. Besonders seine Studien zur Geschichte der Ein- und Auswanderung in der Pfalz werden weltweit geschätzt, er ist immer wieder Gastdozent der Kutztown University in Pennsylvania.
Roland Paul hielt im letzten Jahr den viel beachteten Vortrag zur Geschichte der Juden in Göllheim anlässlich des Beginns der gleichnamigen Ausstellung.
Er lebt in Kaiserslautern und Steinwenden.

Details

Beginn:
6. September
Ende:
7. September
Veranstaltung-Tags:
, , ,

Veranstaltungsort

Verbandsgemeindeverwaltung Göllheim
Freiherr-vom-Stein-Str. 1-3
Göllheim, Rheinland-Pfalz 67307 Deutschland

Veranstalter

Gemeinde Göllheim
Kulturverein Göllheim